Parodontitisbehandlung
Als Parodontitis wird der Verlust des Zahnhalteapparats aufgrund einer Entzündung bezeichnet. Bakterienbelag auf der Zahnwurzel und am Zahnfleischrand führt dazu, dass Bindegewebsfasern und auch der Kieferknochen abgebaut werden. Es bilden sich Zahnfleischtaschen, die Sie zu Hause nicht gereinigt bekommen, und es kommt zur Lockerung der Zähne, im Extremfall zum Verlust dieser.
Ziel der Parodontitis-Therapie ist es, die Entzündung im Bereich des Zahnhalteapparates zu behandeln. Sobald die Infektion zurückgeht, kann sich das Zahnfleisch erholen und legt sich wieder dichter an den Zahn an, die Zahnfleischtaschen werden flacher, sodass Sie diese zu Hause gereinigt bekommen. Die Parodontitisbehandlung erfolgt in vier Schritten:
1. Initial- oder Hygienephase
Zu Beginn der Behandlung wird an jedem Zahn die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen. Außerdem wird eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt. Dabei werden harte und weiche Beläge gründlich entfernt. Zusätzlich erhalten Sie individuelle Hinweise zur häuslichen Mundhygiene und zu geeigneten Hilfsmitteln. Die Verbesserung der häuslichen Zahnhygiene ist die Grundlage einer erfolgreichen Behandlung. Besonders wichtig ist dafür die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume.
2. Zwischenkontrolle
Nach der ersten Behandlungsphase wird überprüft, wie sich Ihre Mundgesundheit entwickelt hat. Falls weiterer Behandlungsbedarf besteht, werden Sie ausführlich über die nächsten Schritte informiert.
3. Antiinfektiöse Therapie
In diesem Behandlungsschritt werden die Wurzeloberflächen schonend von Bakterien und harten Ablagerungen befreit, meist unter örtlicher Betäubung. Ziel ist es, dem Zahnfleisch zu ermöglichen, sich wieder entzündungsfrei an die Zahnwurzel anzulegen. Nur in seltenen Fällen ist hierfür ein chirurgischer Eingriff notwendig.
Antibiotika werden bei einer Parodontitisbehandlung, wenn überhaupt, nur unterstützend eingesetzt. Ob dies in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen.
4. Aufrechterhaltung und Nachsorge
Nach Abschluss der aktiven Behandlung ist es wichtig, das erreichte Ergebnis langfristig zu sichern. Dazu dient die sogenannte unterstützende Parodontitistherapie (UPT), die in der Regel alle drei bis sechs Monate stattfindet. Sie umfasst die Kontrolle der Zahnfleischtaschen sowie eine gründliche Reinigung aller Zähne. Da Parodontitis eine irreversible Zerstörung des Zahnhalteapparats mit sich zieht, bleibt man ein Leben lang Parodontitis-Patient und eine regelmäßige PZR zur Minimierung des Fortschreitens der Erkrankung ist notwendig.